Was verdient man im Handwerk in Berlin und Brandenburg? Die Löhne 2026

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Ein Elektriker verdient in Berlin und Brandenburg nach Tarif zwischen 14,93 € und 33,15 € pro Stunde. Der Gesellenlohn liegt bei 16,58 € im ersten Jahr und bei 19,50 € nach mehreren Jahren Berufspraxis. Das sind keine Schätzwerte, sondern die Zahlen aus dem Entgelttarifvertrag für das Elektro- und Informationstechnische Handwerk der Länder Berlin und Brandenburg, gültig seit dem 1. Januar 2026.

Auf dieser Seite findest du die Tariflöhne für die wichtigsten Gewerke im Baunebengewerbe, die Entgelttabelle der Zeitarbeit und einen Vergleich, der in beide Richtungen ehrlich ist. Denn bei manchen Gewerken zahlt die Zeitarbeit mehr als der Haustarif – bei anderen deutlich weniger.

Facharbeiter im Baunebengewerbe an einer Maschine auf einer Baustelle in Brandenburg
Was ein Handwerker in Berlin und Brandenburg verdient, steht in Tarifverträgen – und unterscheidet sich je nach Gewerk um mehr als zehn Euro pro Stunde.

Was verdient ein Elektriker in Berlin und Brandenburg?

Ein Elektriker verdient in Berlin und Brandenburg nach Tarif 16,58 € pro Stunde im ersten Gesellenjahr und 19,50 € pro Stunde als erfahrene Fachkraft. Bei 40 Wochenstunden sind das 2.884,92 € beziehungsweise 3.393,00 € brutto im Monat. Für Berlin und Brandenburg gilt derselbe Tarifvertrag.

GruppeWer da eingruppiert wird€ / Stunde€ / Monat
E 1ohne einschlägige Berufsausbildung14,93 €2.597,82 €
E 2Ausbildung ohne Abschluss oder vergleichbarer Stand15,60 €2.714,40 €
E 3Geselle im ersten Gesellenjahr, Probezeit16,58 €2.884,92 €
E 4nach dem ersten Gesellenjahr17,55 €3.053,70 €
E 5mehrjährige Praxis, arbeitet weitgehend selbstständig18,53 €3.224,22 €
E 6langjährige Praxis, arbeitet immer selbstständig (Eckentgelt)19,50 €3.393,00 €
E 7bauleitender Monteur ab fünf Leuten, Techniker, Meister ohne Praxis21,45 €3.732,30 €
E 8Meister, Techniker mit Praxis, bauleitender Monteur ab zehn Leuten23,40 €4.071,60 €
E 10Meister und Ingenieure mit langjähriger Praxis27,30 €4.750,20 €
E 12Betriebsleiter33,15 €5.768,10 €
Basis 40 Stunden pro Woche. Entgelttarifvertrag Elektro- und Informationstechnische Handwerke Berlin und Brandenburg, Stand 1. Januar 2026. Nachlesen: Tarifbroschüre der Senatsverwaltung für Arbeit Berlin.

Drei Dinge, die dabei oft untergehen:

  • Ein Geselle muss mindestens in E 3. Das steht so im Tarifvertrag. Wer nach der Ausbildung in E 1 oder E 2 landet, wird falsch eingruppiert.
  • Nach dem ersten Gesellenjahr ist E 4 anzuwenden. Auch das ist keine Verhandlungssache, sondern Tarif. Wenn dein Lohn nach zwölf Monaten unverändert ist, lohnt eine Nachfrage.
  • Es geht weiter. Das Eckentgelt E 6 steigt zum 1. Januar 2027 auf 20,10 € und zum 1. Januar 2028 auf 20,70 €. Der Tarifvertrag läuft bis Ende 2028, die anderen Gruppen sind Prozentstufen davon.

Bundesweit gilt außerdem ein allgemeinverbindliches Mindestentgelt im Elektrohandwerk von 14,93 € pro Stunde. Das gilt auch für Betriebe ohne Tarifbindung.

Elektriker bei der Installation einer Elektroanlage

Was verdient ein Anlagenmechaniker SHK in Berlin und Brandenburg?

Ein Anlagenmechaniker SHK verdient in Berlin nach Tarif 17,71 € pro Stunde als selbstständig arbeitender Monteur, das sind 2.992,99 € brutto im Monat bei 39 Wochenstunden. In Brandenburg gilt ein eigener Tarifvertrag mit deutlich niedrigeren Sätzen: Dort liegt der Facharbeiter-Ecklohn bei 14,90 € in der Zone Berlin-nah und bei 13,90 € in der Zone Berlin-fern.

SHK Berlin, gültig ab 1. Januar 2026

GruppeWer€ / Stunde€ / Monat
E 1 / E 2ungelernte Helfer13,51 €2.283,19 €
E 3angelernt14,38 €2.430,22 €
E 4Jungmonteur, Montageschweißer15,19 €2.567,11 €
E 5Gruppenmonteur mit Berufspraxis16,05 €2.712,45 €
E 6Monteur, Kundendienstmonteur (Ecklohn)17,71 €2.992,99 €
E 7erweiterte Fachkenntnisse19,16 €3.238,04 €
E 8Meister, Gruppenleiter20,82 €3.518,58 €
E 12Betriebsleiter27,33 €4.618,77 €
Basis 39 Stunden pro Woche. Tarifbroschüre SHK der Senatsverwaltung für Arbeit Berlin, Entgelte ab 1. Januar 2026.

SHK Brandenburg, gültig seit 1. Juli 2024

GruppeBerlin-nahBerlin-fern
E 3 – Jungmonteur, Montageschweißer12,82 €12,82 €
E 4 – Gruppenmonteur13,52 €13,42 €
E 5 – Facharbeiter-Ecklohn14,90 €13,90 €
E 6 – Obermonteur16,08 €15,01 €
E 8 – Meister, Gruppenleiter18,84 €17,58 €
Gemeinsames Tarifregister Berlin und Brandenburg, Stand Juli 2026.

Diese Brandenburger Tabelle stammt vom 1. Juli 2024 und wurde seitdem nicht erhöht. Zwei Werte liegen inzwischen unter dem gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 €. In der Praxis gilt dann der Mindestlohn – der Tarif ist an dieser Stelle wirkungslos geworden.

Das ist wichtig für die Einordnung: Die Nachfrage nach Anlagenmechanikern ist wegen Wärmepumpen, Heizungstausch und energetischer Sanierung hoch. Der Brandenburger SHK-Tarif hat das nicht abgebildet. Wenn du als SHK-Fachkraft im Brandenburger Umland nach dem Haustarif bezahlt wirst, verdienst du weniger als eine Fachkraft im Zeitarbeitstarif. Die Zahlen dazu stehen weiter unten.

Anlagenmechaniker SHK bei der Montage einer Heizungsanlage

Was verdienen die anderen Gewerke? Löhne im Überblick

Am besten bezahlt das Bauhauptgewerbe: 26,05 € pro Stunde für einen Facharbeiter der Lohngruppe 4. Dachdecker liegen bei 22,51 €, Maler bei 19,70 €, Elektriker bei 19,50 €, Gerüstbauer bei 19,25 €. Am unteren Ende steht das SHK-Handwerk in Brandenburg mit 14,90 €. Achte auf die Wochenarbeitszeit – sie ist nicht überall gleich.

GewerkFacharbeiter € / Std.Helfer € / Std.WocheStand
Bauhauptgewerbe26,05 € (LG 4)15,86 € (LG 1)40 h01.04.2026
Dachdecker22,51 € (LG 4)19,13 € (LG 2)39 h2026
Maler und Lackierer19,70 € (LG 2)13,90 € (LG 6/7)40 h01.07.2026
Elektrohandwerk19,50 € (E 6)14,93 € (E 1)40 h01.01.2026
Gerüstbau19,25 € (BG III)16,36 € (BG VI a)39 h01.11.2025
Trockenbau (Stuck, Putz)19,40 € (LG 4)18,43 € (LG 3)40 h01.01.2026
Metallhandwerk15,38 – 17,74 € (E 3)13,69 € (E 1)37 h01.01.2025
SHK Berlin17,71 € (E 6)13,51 € (E 1)39 h01.01.2026
SHK Brandenburg14,90 € (E 5)39 h01.07.2024
Gemeinsames Tarifregister Berlin und Brandenburg, Stand Juli 2026, sowie die Tarifbroschüren der Senatsverwaltung für Arbeit Berlin.

Zwei Auffälligkeiten:

Das Bauhauptgewerbe zahlt am besten. 26,05 € für einen Facharbeiter der Lohngruppe 4 sind mit Abstand die Spitze. Fliesenleger, Stuckateure und Baumaschinenführer der LG 4 liegen mit 26,45 € bis 26,84 € noch darüber. Zum 1. April 2026 wurden die früheren Ost-Tabellen an das Westniveau angeglichen.

Trockenbau ist die Ausnahme im Bau. Für Stuck-, Putz- und Trockenbauarbeiten gelten eigene, deutlich niedrigere Sätze: 19,40 € statt 26,05 € in der Lohngruppe 4. Wer als Trockenbauer arbeitet, sollte das wissen, bevor er ein Angebot mit „Tariflohn Bau“ unterschreibt.

Was zahlt Zeitarbeit? Der Tarif 2026

In der Zeitarbeit gilt seit dem 1. Januar 2026 bundesweit ein einziges Tarifwerk: der DGB/GVP-Tarifvertrag. Er hat die früheren iGZ- und BAP-Tarifverträge abgelöst. Die Entgeltgruppe 1 liegt seit dem 1. September 2026 bei 15,33 € pro Stunde, die für ausgebildete Fachkräfte maßgebliche Entgeltgruppe 4 bei 18,09 €.

EGWofür sie gilt€ / Std.Monat (35 h)Monat (40 h)
1Tätigkeiten, die eine betriebliche Einweisung erfordern15,33 €2.325,10 €2.657,30 €
2aTätigkeiten mit Anlernzeit oder fachbezogener Erfahrung15,67 €2.376,67 €2.716,24 €
2bTätigkeiten, die eine fachspezifische Qualifikation erfordern16,08 €2.438,86 €2.787,31 €
3abgeschlossene mindestens zweijährige Berufsausbildung17,11 €2.595,07 €2.965,85 €
4abgeschlossene mindestens dreijährige Berufsausbildung18,09 €2.743,71 €3.135,72 €
5wie EG 4, plus Zusatzausbildung und langjährige Erfahrung20,27 €3.074,35 €3.513,60 €
6Meister oder Techniker22,52 €3.415,61 €3.903,62 €
Entgelttarifvertrag DGB/GVP, Entgelttabelle ab 1. September 2026. Monatswerte: 151,67 bzw. 173,34 Stunden.

Die tarifliche Regelarbeitszeit beträgt 35 Stunden pro Woche, also 151,67 Stunden im Monat. Im Arbeitsvertrag können bis zu 40 Stunden vereinbart werden, dann steigt das Monatsentgelt entsprechend. Frag im Bewerbungsgespräch, welche Wochenstundenzahl in deinem Vertrag steht. Bei gleichem Stundenlohn macht das rund 390 € brutto im Monat aus.

Eine weitere Erhöhung ist bereits vereinbart: plus 3,5 % zum 1. April 2027. Die EG 1 liegt dann bei 15,87 €, die EG 4 bei 18,72 €.

Erfahrungszuschlag: mehr Geld beim gleichen Kunden

Der Erfahrungszuschlag beträgt 1,5 % nach 9 Monaten und 3,0 % nach 12 Monaten. Er ist an eine Bedingung geknüpft, die oft falsch wiedergegeben wird: Es zählt der ununterbrochene Einsatz beim gleichen Kunden. Zusätzlich muss dein Arbeitsverhältnis mindestens 12 Kalendermonate ununterbrochen bestanden haben.

Wird der Einsatz für bis zu drei Monate unterbrochen, werden die vorherigen Zeiten angerechnet. In Zahlen: EG 4 mit 18,09 € steigt auf 18,36 € nach 9 Monaten und auf 18,63 € nach 12 Monaten beim selben Einsatzbetrieb.

Für Betriebe, die bis Ende 2025 an den iGZ-Tarifvertrag gebunden waren – A.Hora gehört dazu, seit 2004 –, gilt bis zum 30. Juni 2027 eine Übergangsregelung. Statt des prozentualen Erfahrungszuschlags gibt es dort eine einsatzbezogene Zulage von 0,20 € pro Stunde in den Entgeltgruppen 1 bis 4 und 0,35 € in den Gruppen 5 bis 9, nach 9 Monaten beim selben Kundenbetrieb. Der Arbeitgeber darf freiwillig früher auf die neue Regelung umstellen.

Branchenzuschläge: nur in bestimmten Branchen

Branchenzuschläge gibt es für elf Wirtschaftszweige, unter anderem für die Metall- und Elektroindustrie, die Chemie und die Kunststoffverarbeitung. Für das Bauhauptgewerbe und das Baunebengewerbe gibt es keinen Branchenzuschlagstarifvertrag. Entscheidend ist also nicht dein Beruf, sondern der Betrieb, in dem du eingesetzt wirst.

Ein Elektriker in einem Industriebetrieb der Metall- und Elektroindustrie bekommt den Zuschlag. Derselbe Elektriker auf der Baustelle eines Elektro-Handwerksbetriebs bekommt ihn nicht – der Tarifvertrag gilt ausdrücklich nicht für Handwerksbetriebe.

Wo er greift, staffelt er sich über die Einsatzdauer beim selben Kunden: 15 % ab dem ersten Tag, 20 % nach drei Monaten, 30 % nach fünf, 45 % nach sieben, 50 % nach neun und 65 % nach 15 Monaten. Bis zum 15. Einsatzmonat ist der Zuschlag auf 90 % des Vergleichsentgelts der Stammbelegschaft gedeckelt. Welche Branchen einen eigenen Zuschlagstarifvertrag haben, listet der Gesamtverband der Personaldienstleister auf.

Equal Pay: nach 9 oder nach 15 Monaten

Equal Pay bedeutet, dass du das Gleiche verdienst wie ein vergleichbarer Mitarbeiter der Stammbelegschaft. Nach § 8 Absatz 4 des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes greift dieser Anspruch grundsätzlich nach 9 Monaten Einsatz beim selben Kunden. Auf 15 Monate verlängert werden darf die Frist nur, wenn für den Einsatz ein Branchenzuschlagstarifvertrag gilt.

Weil es für das Bau- und Baunebengewerbe keinen solchen Tarifvertrag gibt, gilt dort die 9-Monats-Frist. Zeiten früherer Einsätze bei demselben Kunden werden angerechnet, wenn dazwischen nicht mehr als drei Monate liegen – auch dann, wenn du damals über eine andere Firma dort warst. Der Wortlaut steht in § 8 AÜG, die Höchstüberlassungsdauer in § 1 AÜG.

Zeitarbeit oder Festanstellung – wo verdient man mehr?

Es kommt auf das Gewerk an. Im Bauhauptgewerbe liegt die Festanstellung mit 26,05 € klar vorn, fast acht Euro über der Zeitarbeit. Im SHK-Handwerk, im Metallhandwerk und in den unteren Elektro-Gruppen liegt der Zeitarbeitstarif darüber. Eine pauschale Antwort in die eine oder andere Richtung ist falsch.

Gewerk, Facharbeiter€ / Std.Differenz zu Zeitarbeit EG 4
Bauhauptgewerbe LG 426,05 €+ 7,96 €
Dachdecker LG 422,51 €+ 4,42 €
Maler LG 219,70 €+ 1,61 €
Elektrohandwerk E 619,50 €+ 1,41 €
Gerüstbau BG III19,25 €+ 1,16 €
Zeitarbeit EG 418,09 €
Metallhandwerk E 3 (oberste Stufe)17,74 €− 0,35 €
SHK Berlin E 617,71 €− 0,38 €
Elektrohandwerk E 417,55 €− 0,54 €
SHK Berlin E 516,05 €− 2,04 €
SHK Brandenburg E 514,90 €− 3,19 €

Wo die Festanstellung klar vorn liegt: im Bauhauptgewerbe. 26,05 € gegen 18,09 € sind fast acht Euro Unterschied pro Stunde. Wer als Bau-Facharbeiter in einem tarifgebundenen Betrieb arbeitet, verdient über den Grundlohn in der Zeitarbeit nicht mehr. Das gilt auch für Dachdecker.

Wo die Zeitarbeit vorn liegt: bei SHK, im Metallhandwerk und in den unteren Gruppen des Elektrohandwerks. Ein SHK-Facharbeiter nach Brandenburger Haustarif liegt gut drei Euro unter der Entgeltgruppe 4. Auch bei Helfertätigkeiten liegt die EG 1 mit 15,33 € über den Eingangsgruppen von Maler, SHK und Elektro.

Was die Tabelle nicht zeigt, du aber einrechnen musst:

  • Die Zeitarbeitswerte gelten für 35 Wochenstunden, die Handwerkstarife für 39 oder 40. Beim Monatsverdienst verschiebt sich das Bild zuungunsten der Zeitarbeit – es sei denn, im Arbeitsvertrag stehen 40 Stunden.
  • Die Handwerkstarife haben eigene Extras: Im Bau 30 Urlaubstage und 25 % Urlaubsgeld, im Gerüstbau nach zwölf Monaten im selben Betrieb 93 Tarifstundenlöhne als Sonderzahlung, im Metallhandwerk bis zu 50 % eines Monatsverdienstes. Der Zeitarbeitstarif startet mit 25 Urlaubstagen und erreicht die 30 erst ab dem vierten Jahr.
  • Und was für die Zeitarbeit spricht: Der Grundlohn ist nur der Startpunkt. Erfahrungszuschlag, Branchenzuschlag und Equal Pay setzen mit der Einsatzdauer beim selben Kunden ein. Wer neun, zwölf oder achtzehn Monate in einem Betrieb bleibt, verdient am Ende spürbar mehr als in Monat eins. Wer alle vier Wochen die Baustelle wechselt, erreicht keine dieser Stufen.

Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht der Einstiegslohn, sondern die Frage, wie lange Einsätze bei einer Firma üblicherweise dauern. Die solltest du im Gespräch stellen. Bei uns bleiben sehr viele Mitarbeiter bis zur gesetzlichen Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten bei ein und demselben Kunden.

Welche Zuschläge kommen zum Stundenlohn dazu?

Im Zeitarbeitstarif gibt es 25 % für Überstunden, bis zu 25 % für Nachtarbeit zwischen 23 und 6 Uhr, bis zu 50 % für Sonntagsarbeit und bis zu 100 % für Feiertagsarbeit. Treffen mehrere Zuschläge zusammen, wird nur der höchste gezahlt. Im Handwerk liegen die Sätze teilweise höher.

ZuschlagZeitarbeitElektrohandwerk BBSHK Berlin
Überstunden / Mehrarbeit25 %25 %30 %
Nachtarbeitbis 25 % (23–6 Uhr)30 %30 % (22–6 Uhr)
Sonntagsarbeitbis 50 %50 %70 %
Feiertagsarbeitbis 100 %100 % oder 150 %150 %
Erschwerniszuschlägenicht tariflich geregelt10 % oder 15 %25 % oder 100 %

Im Zeitarbeitstarif ist der Überstundenzuschlag erst fällig, wenn du deine vereinbarte Monatsarbeitszeit um mehr als 15 % überschreitest. Das ist eine Hürde, die es im Handwerk so nicht gibt – dort zählt meist die Wochenstundenzahl.

Dazu kommen Leistungen, die nicht im Stundenlohn stehen:

  • Urlaub. Im Zeitarbeitstarif 25 Tage im ersten Jahr, 27 im zweiten und dritten, 30 ab dem vierten Jahr.
  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Anspruch nach sechs Monaten ununterbrochenem Arbeitsverhältnis, Auszahlung mit der Juni- und der November-Abrechnung. Wer bis zum 31. März des Folgejahres ausscheidet, muss das Weihnachtsgeld zurückzahlen – außer bei betriebsbedingter Kündigung.
  • Betriebliche Altersvorsorge. Ab dem siebten Beschäftigungsmonat 13,30 € im Monat, wenn du sie willst.
  • Werkzeuggeld. Bekommst du bei uns zusätzlich zum Lohn. Damit vergrößerst du dein eigenes Werkzeugarsenal – das bleibt dir, auch wenn du irgendwann woanders arbeitest.
  • Arbeitskleidung. Stellen wir. Hochwertig, und für den Winter passend ausgestattet.
  • Fahrtkosten. Bei uns 18 Cent je gefahrenem Kilometer ab dem 20. Kilometer vom Wohnort, für Hin- und Rückweg. Die ersten 20 Kilometer sind damit nicht abgedeckt.

Was bleibt netto vom Brutto?

Von deinem Bruttolohn gehen zuerst rund 21,75 % Sozialabgaben ab: Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung. Bei 18,09 € pro Stunde und 40 Wochenstunden sind das 682 € von 3.135,72 € brutto. Was danach an Lohnsteuer abgeht, hängt von deiner Steuerklasse, von Kindern und von der Kirchensteuer ab.

AbgabeDein Anteil 2026
Rentenversicherung9,30 %
Krankenversicherung7,30 %
Zusatzbeitrag der Krankenkasse (Durchschnitt)1,45 %
Pflegeversicherung1,80 %
Arbeitslosenversicherung1,30 %
Summe, wenn du Kinder hast21,15 %
Summe, wenn du kinderlos und über 23 bist21,75 %
Beitragssätze 2026. Der Zusatzbeitrag ist von Krankenkasse zu Krankenkasse verschieden – 2,9 % ist der Durchschnittswert, deine Kasse kann darüber oder darunter liegen. Kinderlose ab 23 Jahren zahlen 0,6 % mehr in die Pflegeversicherung, ab zwei Kindern unter 25 sinkt der Satz je Kind.

Diese Abgaben sind bei jedem Arbeitgeber gleich. Die Lohnsteuer ist es nicht: Zwischen Steuerklasse 1 und Steuerklasse 3 liegen bei gleichem Brutto mehrere hundert Euro im Monat. Deshalb steht hier bewusst keine Netto-Tabelle. Wer dir eine hinschreibt, ohne deine Steuerklasse zu kennen, rät.

Rechne es selbst nach – das dauert zwei Minuten: Lohn- und Einkommensteuerrechner des Bundesfinanzministeriums. Du brauchst nur dein Bruttomonatsentgelt und deine Steuerklasse. Ziehe vom Ergebnis noch die Sozialabgaben aus der Tabelle oben ab, dann hast du dein Netto.

Woran erkennst du, ob du unter Marktniveau bezahlt wirst?

Sieben Anzeichen: Du bist Geselle unter 16,58 € pro Stunde, du wurdest nach dem ersten Gesellenjahr nie höhergruppiert, dein Lohn ist seit über zwei Jahren unverändert, du bekommst kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Überstunden ohne Zuschlag, Nacht- und Sonntagsarbeit ohne Zuschlag, oder du bist über neun Monate im selben Betrieb ohne Lohnänderung.

Geh diese sieben Punkte durch. Wenn du mehr als zwei mit Ja beantwortest, lohnt ein Gespräch – mit deinem Chef oder mit jemand anderem.

  1. Du bist Geselle und verdienst unter 16,58 € pro Stunde. Das ist im Elektrohandwerk Berlin/Brandenburg die tarifliche Untergrenze für einen Gesellen im ersten Jahr.
  2. Du bist über ein Jahr Geselle und wurdest nie höhergruppiert. Nach dem ersten Gesellenjahr ist E 4 anzuwenden, nicht E 3.
  3. Dein Stundenlohn ist seit über zwei Jahren unverändert. Alle hier genannten Tarife sind seitdem gestiegen.
  4. Du bekommst kein Urlaubs- und kein Weihnachtsgeld. In fast allen Gewerken ist mindestens eines davon tariflich vorgesehen, im Metallhandwerk sogar allgemeinverbindlich.
  5. Du machst regelmäßig Überstunden ohne Zuschlag. Prüfe, ab welcher Stundenzahl in deinem Gewerk der Zuschlag beginnt – die Grenzen unterscheiden sich stark.
  6. Du arbeitest Nacht, Sonntag oder Feiertag und findest keinen Zuschlag auf der Abrechnung.
  7. Du bist seit über neun Monaten über eine Zeitarbeitsfirma im selben Betrieb und dein Lohn ist unverändert. Dann steht Equal Pay im Raum, und mindestens der Erfahrungszuschlag.

Wer schreibt das hier – und warum steht Unangenehmes drin?

Diese Seite kommt von der A.Hora GmbH, einem Personaldienstleister aus Cottbus und Berlin. Wir schreiben trotzdem, dass ein Bau-Facharbeiter in einem tarifgebundenen Betrieb beim Grundlohn fast acht Euro mehr verdient als im Zeitarbeitstarif. Weil du das ohnehin herausfindest – besser vor dem Gespräch als danach.

Das Team der A.Hora GmbH am Standort Cottbus
Unser Team in Cottbus. Die Niederlassung Berlin sitzt in Marzahn-Hellersdorf.

Ein paar Zahlen über uns, damit du einordnen kannst, mit wem du es zu tun hättest:

  • Seit 1998 am Markt, Hauptsitz in Cottbus, Niederlassung in Berlin. Tarifgebunden seit 2004.
  • Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit bei uns liegt bei 10 Jahren. Das ist die Zahl, auf die wir am meisten geben – mehr als auf jedes Versprechen, das wir hier hinschreiben könnten.
  • Sehr viele unserer Mitarbeiter bleiben bis zu 18 Monate bei ein und demselben Kunden, also bis zur gesetzlichen Höchstüberlassungsdauer. Das ist nicht nur angenehmer als wöchentlich wechselnde Baustellen – es ist die Bedingung dafür, dass Erfahrungszuschlag und Equal Pay überhaupt greifen.
  • Einige kommen nach Jahren beim Kundenbetrieb wieder zu uns zurück.
  • Rund 10 % unserer Mitarbeiter wechseln innerhalb von 24 Monaten fest zum Einsatzbetrieb. Das klingt wenig, und wir schreiben es trotzdem hin: Wer bei uns anfängt, um in drei Monaten übernommen zu werden, wird enttäuscht. Die Zahl ist vor allem deshalb niedrig, weil die meisten bleiben.

Was „nach Tarif“ bei uns konkret heißt

„Wir zahlen nach Tarif“ klingt nach Minimum. In den Gewerken, aus denen unsere Leute kommen, ist es das Gegenteil: Die Entgeltgruppe 4 liegt mit 18,09 € pro Stunde über dem Facharbeiter-Ecklohn im SHK-Handwerk Brandenburg (14,90 €), über dem Eckentgelt im Metallhandwerk (bis 17,74 €) und über der E 4 im Elektrohandwerk (17,55 €). Für einen Anlagenmechaniker aus dem Brandenburger Umland sind das gut drei Euro mehr in der Stunde – bei gleicher Arbeit.

Dazu kommt etwas, das im Handwerk oft Verhandlungssache ist: Der Tarif steigt von allein. Zum 1. April 2027 um 3,5 %, ohne dass du dafür ins Chefbüro musst. Und weil wir seit 2004 tarifgebunden sind, ist das keine Momentaufnahme, sondern seit über zwanzig Jahren die Grundlage.

Der Stundenlohn ist dabei nur der eine Teil. Das hier kommt obendrauf:

WasWie viel
Zuschläge für Nacht, Sonntag, Feiertagbis 25 % / 50 % / 100 %, steuerfrei
Urlaubs- und Weihnachtsgeldab sechs Monaten, steigend mit der Betriebszugehörigkeit
Urlaub25 Tage, ab dem vierten Jahr 30
Betriebliche Altersvorsorge13,30 € im Monat ab dem siebten Monat
Werkzeuggeldzusätzlich zum Lohn – das Werkzeug bleibt deins
Arbeitskleidunggestellt, hochwertig, auch für den Winter
Fahrtkosten18 Cent je Kilometer ab dem 20., hin und zurück
Lohnzahlungpünktlich zum 10., Abschluss vorher auf Wunsch

Was wir hier bewusst nicht schreiben: dass wir übertariflich zahlen. Das kommt auf Qualifikation und Erfahrung an, und ohne konkrete Zahl ist so ein Satz nichts wert. Was in deinem Fall drin ist, sagen wir dir am Telefon – bevor du dich bewirbst.

Ruf einfach an

Kein Formular, kein Lebenslauf, keine Bewerbung. Sag, was du machst und wie lange schon – wir sagen dir, in welche Entgeltgruppe das fällt und was das bei uns bedeutet. Wenn danach nichts passt, ist das auch in Ordnung.

Simone Zerna, Geschäftsführerin bei A.Hora in Cottbus

Simone Zerna

Geschäftsführerin · Cottbus

0355 862 940 5
Runhild Arnold, Personaldisponentin bei A.Hora in Berlin

Runhild Arnold

Personaldisponentin · Berlin

030 81003084

Häufige Fragen zum Gehalt im Handwerk

Was verdient ein Elektriker in Cottbus?

Für Cottbus gilt derselbe Tarifvertrag wie für Berlin, weil er die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam abdeckt. Ein Geselle verdient im ersten Jahr 16,58 € pro Stunde, mit langjähriger Praxis 19,50 €. Einen eigenen Cottbuser Tarif gibt es nicht.

Wie hoch ist der Mindestlohn in der Zeitarbeit 2026?

Die unterste Entgeltgruppe des DGB/GVP-Tarifvertrags liegt seit dem 1. September 2026 bei 15,33 € pro Stunde. Der gesetzliche Mindestlohn liegt bei 13,90 €. Der Zeitarbeitstarif liegt damit 1,43 € darüber.

In welche Entgeltgruppe komme ich in der Zeitarbeit?

Das richtet sich nach der Tätigkeit, die du tatsächlich ausübst. Eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung, deren Kenntnisse du auch anwendest, führt in die Entgeltgruppe 4. Zwei Jahre Ausbildung führen in die Entgeltgruppe 3. Tätigkeiten, die nur eine Einweisung erfordern, in die Entgeltgruppe 1. Ein Abschluss allein, den du im Job nicht brauchst, hebt dich nicht in eine höhere Gruppe.

Bekomme ich in der Zeitarbeit weniger als die Festangestellten im Betrieb?

Am Anfang meistens ja. Nach neun Monaten im selben Einsatzbetrieb greift Equal Pay – du hast dann Anspruch auf das gleiche Entgelt wie ein vergleichbarer Stammmitarbeiter. Nur wenn für den Einsatz ein Branchenzuschlagstarifvertrag gilt, verlängert sich diese Frist auf 15 Monate. Für Einsätze im Bau- und Baunebengewerbe gibt es keinen solchen Tarifvertrag.

Lohnt sich der Wechsel vom Handwerksbetrieb in die Zeitarbeit finanziell?

Das hängt vom Gewerk ab. Kommst du aus dem Bauhauptgewerbe oder vom Dachdecker, liegt dein bisheriger Tariflohn beim Grundlohn deutlich über der Zeitarbeit. Kommst du aus dem SHK-Handwerk in Brandenburg, aus dem Metallhandwerk oder aus einer unteren Elektro-Gruppe, liegt der Zeitarbeitstarif darüber. Rechne mit deinem eigenen Stundenlohn nach, nicht mit Durchschnittswerten.

Wie viele Stunden pro Woche muss ich in der Zeitarbeit arbeiten?

Tariflich sind es 35 Stunden, also 151,67 Stunden im Monat. Im Arbeitsvertrag können bis zu 40 Stunden vereinbart werden, dann steigt das Monatsentgelt entsprechend. Kläre das vor der Unterschrift – bei 18,09 € pro Stunde sind das 2.743,71 € gegenüber 3.135,72 € brutto im Monat.

Kann ich mir Geld vor dem Zahltag auszahlen lassen?

Ja. Der Zeitarbeitstarif gibt dir das Recht, zum Monatsende einen Abschlag von bis zu 80 % deines erwarteten Nettos zu verlangen. Du musst es rechtzeitig ankündigen. Kein Anspruch besteht im Eintrittsmonat, wenn das Arbeitsverhältnis nach dem 20. beginnt, und im Austrittsmonat.

Woher die Zahlen stammen

Jede Zahl auf dieser Seite lässt sich über die verlinkten Quellen nachschlagen. Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am . Tarifzahlen prüfen wir zu jedem Stichtag neu.

A.Hora GmbH

Personaldienstleister im Baunebengewerbe · Cottbus und Berlin

Seit 1998 vermitteln wir Fachkräfte und Helfer im Baunebengewerbe in Berlin, Brandenburg und der Lausitz. Tarifgebunden seit 2004. Die Zahlen in diesem Ratgeber stammen aus den Tarifverträgen selbst und aus dem Gemeinsamen Tarifregister Berlin-Brandenburg – die Quellen stehen am Ende der Seite.