Zeitarbeit im Handwerk: Was wirklich dahintersteckt

10 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert:

Wir sind selbst ein Personaldienstleister. Du liest hier also eine Seite über Zeitarbeit, geschrieben von jemandem, der davon lebt. Deshalb stehen die Nachteile zuerst – und sie sind genauso ausführlich wie die Vorteile. Was danach noch übrig bleibt, kannst du ernst nehmen.

Zwei Handwerker im Gespräch auf einer Baustelle
Zeitarbeit im Baunebengewerbe: Für manche der richtige Weg, für andere nicht. Es kommt darauf an, was du suchst.

Was ist Zeitarbeit eigentlich genau?

Bei Zeitarbeit gibt es drei Beteiligte: Du hast einen Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma, nicht mit dem Betrieb, in dem du arbeitest. Die Zeitarbeitsfirma zahlt deinen Lohn und ist dein Arbeitgeber. Der Kundenbetrieb sagt dir, was zu tun ist. Dieses Dreiecksverhältnis erklärt fast alle Besonderheiten – auch die unangenehmen.

Der Fachbegriff dafür ist Arbeitnehmerüberlassung, geregelt im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Jede Zeitarbeitsfirma braucht dafür eine behördliche Erlaubnis.

Welche Nachteile hat Zeitarbeit im Handwerk?

Die fünf ehrlichen Punkte: wechselnde Einsatzorte und längere Anfahrten, die Rolle als Externer im Kundenbetrieb, ein Grundlohn, der bei guten Haustarifen unterboten wird, weniger Planbarkeit – und die Tatsache, dass nicht jede Zeitarbeitsfirma seriös arbeitet.

  1. Wechselnde Einsatzorte und Anfahrt. Du weißt nicht, wo du in einem Jahr arbeitest. Die Fahrtzeit zur Baustelle kann sich mit jedem Einsatz ändern, und Fahrtkostenerstattungen decken selten die ganze Strecke ab. Wer 20 Kilometer vom Wohnort entfernt arbeiten will und keinen Meter weiter, ist in einem festen Betrieb besser aufgehoben.
  2. Du bist im Kundenbetrieb der Externe. Bei Betriebsfeiern, Prämien und internen Aufstiegen bist du nicht automatisch dabei. Manche Betriebe machen da keinen Unterschied, andere schon. Das lässt sich vorher nicht zuverlässig klären.
  3. Beim reinen Grundlohn liegt eine gute Festanstellung oft vorn. Ein Bau-Facharbeiter der Lohngruppe 4 verdient nach Tarif 26,05 € pro Stunde. Die Entgeltgruppe 4 im Zeitarbeitstarif liegt bei 18,09 €. Das sind fast acht Euro Unterschied, und sie holt kein Zuschlag auf. Wer aus einem tarifgebundenen Baubetrieb kommt, verschlechtert sich beim Grundlohn. Alle Gewerke im Vergleich stehen im Gehalts-Ratgeber.
  4. Weniger Planbarkeit. Ein Einsatz kann enden, weil das Bauvorhaben fertig ist oder der Kunde weniger Leute braucht. Dein Arbeitsvertrag läuft dann weiter – aber der neue Einsatz kann woanders sein, in einem anderen Gewerk, mit anderen Arbeitszeiten.
  5. Nicht jede Zeitarbeitsfirma arbeitet seriös. Es gibt Firmen, die Arbeitszeitkonten als Lohnpuffer missbrauchen, Einsätze ohne schriftlichen Vertrag beginnen lassen oder Abrechnungen undurchsichtig halten. Die sieben Merkmale, an denen du eine seriöse Firma erkennst, stehen im Abschnitt Woran erkennst du eine seriöse Zeitarbeitsfirma?.

„Für mich ist es das erste Mal, dass ich bei einer Zeitarbeitsfirma arbeite. Meine Bedenken, die ich bis dahin gegenüber Zeitarbeitsfirmen hatte, wurden mir schnell von dem freundlichen und kompetenten Team genommen. Seit meinem Beginn bei A.Hora GmbH, bin ich immer bei ein und demselben Kunden. Die Bezahlung erfolgt pünktlich und ist gerecht."

Anja Roscher, Niederlassung Berlin · 2023

Welche Vorteile hat Zeitarbeit – und für wen?

Zeitarbeit lohnt sich für drei Gruppen: für Quereinsteiger ohne passende Papiere, weil die tatsächliche Tätigkeit über die Eingruppierung entscheidet; für Fachkräfte aus Gewerken mit schwachem Haustarif, etwa SHK in Brandenburg; und für alle, die mehrere Betriebe von innen sehen wollen, bevor sie sich festlegen.

  • Du kommst rein, auch ohne perfekten Lebenslauf. Maßgebend für deine Entgeltgruppe ist die Tätigkeit, die du tatsächlich ausübst – nicht der Abschluss auf dem Papier. Das steht so im Tarifvertrag, und es ist der Grund, warum Quereinsteiger hier oft schneller vorankommen als über eine klassische Bewerbung.
  • In manchen Gewerken zahlt der Zeitarbeitstarif mehr als der Haustarif. Der Facharbeiter-Ecklohn im SHK-Handwerk Brandenburg liegt bei 14,90 € pro Stunde, im Metallhandwerk bei bis zu 17,74 €. Die Entgeltgruppe 4 liegt bei 18,09 €. Alle Zahlen im Detail stehen im Gehalts-Ratgeber.
  • Du siehst mehrere Betriebe von innen – ohne jedes Mal zu kündigen.
  • Der Lohn steigt mit der Einsatzdauer. Erfahrungszuschlag und Equal Pay hängen daran, wie lange du bei einem Kunden bleibst – ohne dass du verhandeln musst.
  • Ein unbefristeter Vertrag ist die Regel, während im Handwerk die erste Befristung noch verbreitet ist.

Wird man nach der Zeitarbeit übernommen?

Bei uns wechseln rund 10 % der Mitarbeiter innerhalb von 24 Monaten fest zum Einsatzbetrieb. Das ist weniger, als die meisten hoffen. Wer bei einer Zeitarbeitsfirma anfängt, um in drei Monaten übernommen zu werden, wird enttäuscht. Die Zahl ist allerdings vor allem deshalb niedrig, weil die meisten bleiben.

Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei uns bei 10 Jahren. Einzelne kommen nach Jahren beim Kundenbetrieb wieder zu uns zurück. Eine niedrige Übernahmequote heißt hier also nicht, dass Leute steckenbleiben – sie heißt, dass sie nicht weg wollen.

Wir schreiben das hin, weil die Zahl im Bewerbungsgespräch ohnehin fällt – und weil „gute Chancen auf Übernahme“ bei 10 % nicht stimmt.

„Ich war 1 ½ Jahre bei Fa. A.Hora GmbH – Niederlassung Berlin beschäftigt und wurde dann vom letzten Auftraggeber übernommen. Ganz unkompliziert! Ich hatte früher schon bei anderen Zeitarbeitsfirmen gearbeitet und kann somit sagen, dass man bei Fa. A.Hora sehr gut aufgehoben ist und immer fair behandelt wird. Fazit: Zeitarbeit kann auch ein Sprungbrett sein!"

Daniel Scholz, Niederlassung Berlin · 2023

Das ist die eine Seite – jemand aus den 10 %. Die andere Seite sind die, die bleiben:

„Schon seit über 15 Jahren arbeite ich, Torsten Jurisch, bei der Firma A.Hora GmbH in Cottbus als Elektroinstallateur und fühle mich hier seit Anfang an wirklich sehr gut aufgehoben! Ich kann jederzeit meine Wünsche äußern und auch bei Problemen hat die Chefin immer ein offenes Ohr für mich!"

Torsten Jurisch, Elektroinstallateur, Cottbus · 2023

Wie lange bin ich beim selben Kunden?

Gesetzlich sind höchstens 18 Monate am Stück beim selben Einsatzbetrieb erlaubt. Bei uns schöpfen sehr viele Mitarbeiter diese Höchstüberlassungsdauer aus. Das ist nicht nur angenehmer als wöchentlich wechselnde Baustellen – es ist die Bedingung dafür, dass drei Lohnbestandteile überhaupt greifen.

Handwerker bei der Arbeit in einem Industriebetrieb

Die Angst vor der neuen Baustelle jede Woche ist der häufigste Grund, warum Handwerker Zeitarbeit ablehnen – und sie ist berechtigt, wenn eine Firma mit kurzen Einsätzen arbeitet. Frag deshalb konkret: Wie lange dauert ein Einsatz bei euch im Schnitt? Die Antwort sagt mehr aus als jeder Benefit-Katalog.

„Die Einsätze sind immer im Malerbereich – auch im Winter. Meine Ansprechpartner haben immer ein offenes Ohr und die Bezahlung ist überpünktlich."

Martin Smetana, Maler, Niederlassung Berlin · 2023

Warum die Einsatzdauer auch finanziell zählt:

Nach … beim selben KundenWas passiertGrundlage
9 MonatenErfahrungszuschlag +1,5 %§ 3 Entgelttarifvertrag
9 MonatenEqual Pay: gleiches Entgelt wie vergleichbare Stammmitarbeiter§ 8 Abs. 4 AÜG
12 MonatenErfahrungszuschlag +3,0 %§ 3 Entgelttarifvertrag
18 MonatenEnde der Überlassung – der Einsatz muss wechseln§ 1 Abs. 1b AÜG
Der Erfahrungszuschlag setzt zusätzlich voraus, dass dein Arbeitsverhältnis mindestens 12 Kalendermonate ununterbrochen besteht. Equal Pay verlängert sich auf 15 Monate, wenn für den Einsatz ein Branchenzuschlagstarifvertrag gilt – für das Bau- und Baunebengewerbe gibt es keinen.

Wer alle vier Wochen die Baustelle wechselt, erreicht keine dieser Stufen. Die Einsatzdauer ist damit der Unterschied zwischen Einstiegslohn und dem, was nach einem Jahr auf der Abrechnung steht.

Welche Rechte hast du als Zeitarbeitnehmer?

Mehr, als die meisten denken. Gleiches Entgelt nach neun Monaten, Zugang zu Kantine und Werksbus wie die Stammbelegschaft, eine begründete Antwort auf den Übernahmewunsch, Lohn auch ohne Einsatz, kein Einsatz in bestreikten Betrieben – und niemand darf dir verbieten, später beim Kundenbetrieb anzufangen.

  1. Gleiches Entgelt nach neun Monaten im selben Einsatzbetrieb (§ 8 Abs. 4 AÜG). Frühere Einsätze beim selben Kunden werden angerechnet, wenn dazwischen nicht mehr als drei Monate liegen – auch über eine andere Firma.
  2. Zugang zu den Einrichtungen des Kundenbetriebs zu denselben Bedingungen wie die Stammbelegschaft (§ 13b AÜG): Kantine, Pausenraum, Werksbus, Kinderbetreuung. Ungleichbehandlung nur aus sachlichem Grund.
  3. Begründete Antwort auf den Übernahmewunsch nach sechs Monaten, in Textform, binnen eines Monats (§ 13a Abs. 2 AÜG).
  4. Lohn auch ohne Einsatz (§ 11 Abs. 4 AÜG). Dieser Anspruch kann im Arbeitsvertrag nicht ausgeschlossen werden.
  5. Kein Einsatz in bestreikten Betrieben. Du darfst nicht als Streikbrecher eingesetzt werden (§ 11 Abs. 5 AÜG, zusätzlich § 15 Manteltarifvertrag).
  6. Niemand darf dir verbieten, später beim Kundenbetrieb anzufangen. Entsprechende Vertragsklauseln sind unwirksam (§ 9 AÜG). Eine Vermittlungsvergütung darf die Zeitarbeitsfirma nur mit dem Betrieb vereinbaren, niemals mit dir.
  7. Urlaub und Sonderzahlungen nach Tarif: 25 Urlaubstage im ersten Jahr, 27 im zweiten und dritten, 30 ab dem vierten. Urlaubs- und Weihnachtsgeld nach sechs Monaten. Betriebliche Altersvorsorge ab dem siebten Monat.

Was passiert, wenn gerade kein Einsatz da ist?

Dein Lohn läuft weiter. Findet die Zeitarbeitsfirma keinen Einsatz für dich, ist das ihr Risiko, nicht deins. § 11 Absatz 4 AÜG stellt ausdrücklich klar, dass dieser Anspruch im Arbeitsvertrag weder aufgehoben noch beschränkt werden darf – auch nicht mit deiner Zustimmung.

In der Praxis wird einsatzfreie Zeit meist über das Arbeitszeitkonto ausgeglichen: Stunden aus arbeitsreichen Wochen werden abgebaut. Das ist zulässig. Kritisch wird es, wenn eine Firma das Konto dauerhaft ins Minus laufen lässt.

Der Tarifvertrag zieht dafür klare Grenzen: Das Arbeitszeitkonto darf höchstens 200 Plusstunden umfassen und ist spätestens nach 12 Monaten auszugleichen. Alles über 91 Plusstunden musst du dir auf Verlangen auszahlen lassen können. Wenn eine Firma dir sagt, das gehe nicht, stimmt etwas nicht.

Was A.Hora zusätzlich stellt

Werkzeuggeld zusätzlich zum Lohn, Arbeitskleidung einschließlich Winterausstattung, Lohn pünktlich zum 10. des Monats und auf Wunsch ein formloser Abschlag vorher. Dazu Fahrtkosten ab dem 20. Kilometer und Firmenfeste, die keine Pflichtveranstaltung sind.

WasWie
Werkzeuggeldzusätzlich zum Lohn – das Werkzeug bleibt deins, auch wenn du irgendwann gehst
Arbeitskleidunggestellt, hochwertig, mit Winterausstattung
Lohnzahlungpünktlich zum 10. des Monats
Abschlagauf Wunsch zum Monatsende, formlos, ohne Begründung
Fahrtkosten18 Cent je Kilometer ab dem 20., für Hin- und Rückweg
FirmenfesteGrillfest, Weihnachtsfeier, Klettern, Bogenschießen – Teilnahme freiwillig

Zwei Dinge davon sind kein Verdienst, sondern Tarif: Der Abschlag steht jedem Zeitarbeitnehmer einer tarifgebundenen Firma zu – bis zu 80 % des erwarteten Nettos. Und die Fahrtkosten decken die ersten 20 Kilometer nicht ab; wer nah wohnt, hat davon nichts.

Der Unterschied liegt beim Zahltag. Tariflich ist der Lohn erst bis zum 15. Bankarbeitstag des Folgemonats fällig – je nach Feiertagen der 20. oder 21. Bei uns ist er am 10. auf dem Konto. Das ist kein Gesetz, sondern eine Entscheidung.

Woran erkennst du eine seriöse Zeitarbeitsfirma?

An sieben Punkten: gültige Erlaubnis nach dem AÜG, schriftlicher Vertrag vor dem ersten Arbeitstag, Tarifbindung, nachvollziehbare Abrechnung, ein transparentes Arbeitszeitkonto, klare Auskunft zur durchschnittlichen Einsatzdauer – und keine Klausel, die dir den späteren Wechsel zum Kundenbetrieb verbietet.

Geh diese Punkte durch, bevor du unterschreibst. Bei welcher Firma auch immer.

  1. Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung. Ohne diese behördliche Erlaubnis darf niemand verleihen. Frag danach – eine seriöse Firma legt sie ohne Zögern vor.
  2. Schriftlicher Arbeitsvertrag vor dem ersten Arbeitstag. Wer dich ohne Vertrag auf eine Baustelle schickt und das später regeln will, hat ein Problem, das schnell deins wird.
  3. Tarifbindung. Frag, nach welchem Tarifvertrag abgerechnet wird – seit dem 1. Januar 2026 ist das in der Zeitarbeit der DGB/GVP-Tarifvertrag. Ohne Tarifbindung gilt sofort Equal Pay, was in der Praxis schwer nachprüfbar ist.
  4. Nachvollziehbare Abrechnung. Stunden, Zuschläge und Zulagen einzeln ausgewiesen. Eine Abrechnung, die nur eine Summe zeigt, kannst du nicht prüfen.
  5. Transparentes Arbeitszeitkonto. Du musst jederzeit erfahren können, wie viele Plus- oder Minusstunden darauf stehen.
  6. Klare Auskunft zur Einsatzdauer. „Das kommt darauf an“ ist keine Antwort. Eine Firma, die überwiegend lange Einsätze hat, nennt dir eine Größenordnung.
  7. Keine Wechselsperre im Vertrag. Eine Klausel, die dir verbietet, später beim Kundenbetrieb anzufangen, ist nach § 9 AÜG unwirksam. Dass sie trotzdem im Vertrag steht, sagt dir etwas über die Firma.
Mitarbeiter der A.Hora GmbH
Seit 1998 in Cottbus, seit 2010 auch in Berlin. Tarifgebunden seit 2004.

Wir haben uns hier bewusst nicht in die Liste geschrieben. Wenn die Punkte stimmen, merkst du das im Gespräch – bei uns oder bei jemand anderem.

Frag uns, bevor du dich bewirbst

Ruf an und stell die Fragen von oben. Wie lange dauern Einsätze bei euch? Nach welchem Tarif zahlt ihr? Wir antworten am Telefon, ohne dass du irgendetwas ausfüllen musst.

Simone Zerna, Geschäftsführerin bei A.Hora in Cottbus

Simone Zerna

Geschäftsführerin · Cottbus

0355 8629405
Runhild Arnold, Personaldisponentin bei A.Hora in Berlin

Runhild Arnold

Personaldisponentin · Berlin

030 81003084

Häufige Fragen zur Zeitarbeit

Was sind die Vor- und Nachteile von Zeitarbeit?

Nachteile: wechselnde Einsatzorte und Anfahrten, die Rolle als Externer im Kundenbetrieb, ein Grundlohn unter guten Haustarifen, weniger Planbarkeit, und unseriöse Anbieter im Markt. Vorteile: Einstieg auch ohne passende Papiere, in manchen Gewerken mehr Lohn als im Haustarif, Einblick in mehrere Betriebe, steigende Vergütung mit der Einsatzdauer und meist ein unbefristeter Vertrag.

Wird man in der Zeitarbeit übernommen?

Bei uns wechseln rund 10 % der Mitarbeiter innerhalb von 24 Monaten fest zum Einsatzbetrieb. Wer wegen einer schnellen Übernahme anfängt, wird enttäuscht. Nach sechs Monaten im selben Betrieb hast du allerdings einen gesetzlichen Anspruch darauf, deinen Übernahmewunsch anzuzeigen und binnen eines Monats eine begründete Antwort in Textform zu bekommen (§ 13a Abs. 2 AÜG).

Wie lange darf man an denselben Betrieb verliehen werden?

Höchstens 18 Monate am Stück, so steht es in § 1 Abs. 1b AÜG. Tarifverträge der Einsatzbranche können davon abweichen. Nach 18 Monaten muss der Einsatz enden – dein Arbeitsverhältnis mit der Zeitarbeitsfirma läuft weiter.

Was passiert, wenn kein Einsatz da ist?

Dein Lohn läuft weiter. Nach § 11 Abs. 4 AÜG darf der Anspruch auf Vergütung bei Annahmeverzug im Arbeitsvertrag weder aufgehoben noch beschränkt werden. In der Praxis wird einsatzfreie Zeit meist über das Arbeitszeitkonto ausgeglichen, das höchstens 200 Plusstunden umfassen darf und spätestens nach zwölf Monaten auszugleichen ist.

Ab wann bekomme ich in der Zeitarbeit gleiches Geld wie die Festangestellten?

Nach neun Monaten im selben Einsatzbetrieb. Auf 15 Monate verlängert sich die Frist nur, wenn für den Einsatz ein Branchenzuschlagstarifvertrag gilt – für das Bau- und Baunebengewerbe gibt es keinen. Zeiten früherer Einsätze beim selben Kunden werden angerechnet, wenn dazwischen nicht mehr als drei Monate liegen.

Lohnt sich Zeitarbeit im Handwerk?

Das hängt vom Gewerk ab. Kommst du aus dem Bauhauptgewerbe, liegt dein Tariflohn beim Grundlohn deutlich über der Zeitarbeit. Kommst du aus dem SHK-Handwerk in Brandenburg, aus dem Metallhandwerk oder aus einer unteren Elektro-Gruppe, zahlt der Zeitarbeitstarif mehr. Rechne mit deinem eigenen Stundenlohn nach, nicht mit Durchschnittswerten.

Darf mir die Zeitarbeitsfirma verbieten, beim Kundenbetrieb anzufangen?

Nein. Vereinbarungen, die dir untersagen, nach Ende des Arbeitsverhältnisses beim Entleiher anzufangen, sind nach § 9 AÜG unwirksam. Auch eine Vermittlungsvergütung darf die Zeitarbeitsfirma nicht von dir verlangen – höchstens vom Kundenbetrieb.

Woher die Zahlen stammen

Jede Zahl auf dieser Seite lässt sich über die verlinkten Quellen nachschlagen. Veröffentlicht am , zuletzt aktualisiert am . Tarifzahlen prüfen wir zu jedem Stichtag neu.

A.Hora GmbH

Personaldienstleister im Baunebengewerbe · Cottbus und Berlin

Seit 1998 vermitteln wir Fachkräfte und Helfer im Baunebengewerbe in Berlin, Brandenburg und der Lausitz. Tarifgebunden seit 2004. Was in diesem Ratgeber über Rechte steht, steht so im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz und im Tarifvertrag – die Quellen sind am Ende verlinkt.

Weitere Ratgeber